Wie geht es weiter mit der Zuckerrübe?

Moin Leute,

Die Zuckerrübe ist für uns als Betrieb eine wichtige Frucht. Auf 5-10% der Betriebsfläche bauen wir diese Kultur an. Sie ist für uns ein wichtiges Glied in der Fruchtfolge um für den Boden einen gesunden Mix anzubieten. (Fruchtfolge)

Und natürlich ist die Rüben auch aus Ökonomischer Sicht wichtig für unseren Betrieb. Doch die nächsten Jahren stellen den Zuckerrübenanbau besonders in Deutschland vor einige Herausforderungen. Diese machen vielen Landwirten so große Sorgen, dass sie durch Protestaktionen darauf aufmerksam machen möchten.

 

Herausforderungen für den Anbau der Zuckerrübe:

  • Wetterextreme: Die letzten zwei Jahre waren durch extremes Wetter geprägt. Gerade das letzte Jahr mit der extreme Trockenheit hat den Rübenertrag deutlich reduziert. 
  • Marktsituation: Aktuell ist der Zuckerpreis auf Talfahrt, da weltweit sehr viel Zucker produziert wird. Gerade in Thailand und Indien ist die Zuckerproduktion extrem ausgeweitet worden.

Doch dies sind Dinge über die wir uns als Landwirte NICHT beschweren. Wir arbeiten unter freiem Himmel und da gehört das Wetter dazu. Auch produzieren wir für den Weltmarkt und müssen uns dieser Konkurrenz stellen. Auch das wissen! Es gibt also gar keinen Grund sich darüber zu beklagen.

 

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Warum dann die Proteste?

Die Proteste richten sich gegen politische Entscheidungen. Dieser verzerren den Wettbewerb in Europa erheblich. 

  • in diesem Jahr darf die insektizide Beize (Was ist eine Beize) nicht mehr verwendet werden. Speziell die Neonicotinoide wurden in Europa verboten. Doch nun haben 12 EU-Länder eine Sonderzulassung erlaubt. Darunter auch direkte Nachbarländer wie Polen.
  • In einigen EU- Ländern gibt es Sonderbeihilfen. Das bedeutet, dass die Landwirte dort extra Geld bekommen, wenn sie Rüben anbauen.

Dies Umstände können dazu führen, dass sich die Zuckerproduktion mehr ins Ausland verlagern wird.

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Es geht in den Protesten nicht darum, dass in Deutschland extra Geld für den Zuckerrübenanbau wollen. Doch es muss gewährleistet werden, dass es innerhalb der EU gleiche Bedingungen gibt, um keinen verzerrten Wettbewerb zu schaffen. 

Speziell beim Thema Pflanzenschutz werden Mittel vom Markt genommen, ohne dass es Alternativen gibt. Dies gefährdet schlicht den Anabu einiger Kulturen. Mit Alternativen meine ich nicht einfach andere Mittel oder Wirkstoffe. Es gibt einige spannende Ansätze um den Einsatz von Pflanzenschutzmittel zu reduzieren. Doch dafür brauchen wir Übergangszeiten. Und es muss mehr Geld in Forschung und Entwicklung in diese Richtung investiert werden. Nochmal: Einfach verbieten bringt uns nicht weiter!

Wir stehen vor großen Herausforderungen. Doch wir sind in Deutschland gut aufgestellt. Wir haben die Möglichkeiten und den Willen innovative Anbauverfahren und Systeme zu entwickeln. Doch damit wir dies umsetzen können brauchen wir Unterstützung von der Politik und genannte Rahmenbedingungen müssen gewährleistet werden.

Schöne Grüße Euer Ackerbauer Phillip Krainbring